in Allem Gold

Wir verlassen die Haustüre und alles geht wie von selbst. Wir bewegen uns durch die Straßen. Menschen ziehen, Autos rasen vorbei. Die Tür des Supermarktes öffnet sich automatisch. Unser Körper bewegt sich immer gleich auf unsichtbaren Bahnen. In Gedanken sind wir bei der Bewältigung einer herangaloppierenden Zukunft. In der Eile greifen wir nach Lebensmitteln. Schon stehen wir an der Kasse. Das Gesicht der Kassiererin vergessen wir in dem Moment in dem wir es sehen. Wie leicht es ist, im Rauschen der Welt die einzigartigen Momente unserer goldschimmernden Existenz im Hier und Jetzt schlichtweg zu verpassen…

Dem entgegenwirkend zelebrieren katze und krieg das Dasein in dieser unseren Alltagswelt. Die Glorifizierung des alltäglichen Momentes wird zur Intervention in die funktionale Urbanität. katze und krieg gehen in größter Langsamkeit einen Kuchen in einem billigen Discounter einkaufen. 12 Zuschauer*innen sind eingeladen, unauffällig die beiden Performerinnen auf ihrem Weg zu begleiten und die Reaktionen, die von Bewunderung bis Aggression changieren, zu beobachten. So wird für katze und krieg einmal eine neue Kasse eröffnet um den Laden nicht unnötig aufzuhalten, ein andermal stimmt die Kassiererin in die Langsamkeit der beiden mit ein, oder aber katze und krieg werden vom Security aus dem Supermarkt geführt. Anschließend setzen sich katze und krieg auf dem Gehweg und laden Passanten als auch das Publikum ein, mit ihnen stark entschleunigt den Kuchen zu verzehren.

Performances

Am 17.09.2012 fand die Premiere im Rahmen der Vernissage der Ausstellung „artist in residence“ ausgehend von der Galerie des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, Österreich, statt.
Am 4.06/5.06.2013 fand die Performance auf dem Unitheafestival in Frankfurt Oder/Slubice statt.
Am 01.10./2.10./4.10. 2013 fand die Performance im Rahmen des Festivals Fremdgehen von Dramaköln in Köln statt.
Am 7.10.2013 fand die Performance im Rahmen des inverscity Festivals in Duisburg und Oberhausen statt.

Presse

„Glanz in den Alltag bringen“ von Dorothea Markus in der aKT 38 vom Dezember 2012
„Auf dem Weg der Entschleunigung“ von Hartmut Kelm im Frankfurt Oder Spiegel am 16.03.13
„Stresstest im Supermarkt“ von Hans-Christoph Zimmermann in choices vom Mai 2014

Unterstützung

Die Performance entstand im Rahmen des Residenzprogramm auf Schloss Laudon, eingeladen vom Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, Österreich.